Wer kennt das nicht aus seiner Schulzeit? War es nicht immer schon ein probates Mittel, sich bei den anderen Schülern beliebter zumachen, indem man Süßigkeiten verteilt? Freunde kaufen leicht gemacht. Einen ähnlichen Fall gibt es nun auch bei den Social Networks.
Das Unternehmen USocial verkauft Freunde zur Nutzung in Facebook- oder Twitterprofilen in Tausenderpacks, wie die BBC berichtet. Das ist ein lukratives Geschäft. Denn es gilt: Je mehr Freunde man hat, desto vernetzter erscheint man. Für den ein oder anderen Affiliate Marketer kann es sich möglicherweise auch rechnen seine Reichweite bei Twitter zu erhöhen. Pro neuen Freund ist eine Vergütung von ungefähr sechs Cent fällig. 1000 Twitter-Follower kosten so beispielsweise rund 59 Euro.
Doch woher kommen diese Accounts? Dazu liefert USocial keine Antwort. Der Verdacht liegt natürlich nahe, dass Lohnarbeiter in einem Fernen Billiglohnland diese Accounts massenhaft erstellen, um die Käufer damit zu befreunden. Außerdem soll das Unternehmen angeblich mit Spam-Aussendungen arbeiten und Profile manipulieren. USocial bestreitet dies allerdings.
Einen Strich durch die Rechnung will nun Facebook der Firma machen. Sie drohen mit einer Klage, falls weiterhin Freunde verkauft werden. Facebook sieht in den Geschäften einen ernstzunehmenden Verstoß gegen die Allgemeinen Geschäftbedingungen. USocial will nun vorerst den Handel mit Facebook-Freunden einstellen.
Autor: Simon Schattner