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Angriff auf den Apfel

Montag, 1. Februar 2010

Konkurrenz belebt das Geschäft. Das dürften nun auch die Apple-Leute merken. Mit dem Nexus One hat Google ein vergleichbares Handy auf den Markt gebracht.
Bislang galt das I-Phone als konkurrenzlos; zwar viele Nachahmer, aber keines wirklich auf gleicher Ebene. Das hat sich durch die Einführung des Google-Handys nun geändert. Ein Angriff auf den Apfel?

Ob das Nexus One besser oder schlechter als das I-Phone ist, lässt sich schwer sagen. Die Beurteilung hängt von den Erwartungen, die ein Nutzer an sein Handy hat, ab.
Was das Surfen im Internet betrifft, hat Apple mit dem I-Phone Pionierarbeit geleistet. Andere Unternehmen sprangen auf den Zug auf, doch wirklich vergleichbar ist nun erst das Google-Handy.
I-Phone-Nutzer sind ziemlich eingeschränkt, alles steht unter der Kontrolle von Apple. Man muss eine bestimmte Software, sogenannte I-Tunes, nutzen - ohne diese läuft hier nichts. Da ist das Android-Betriebssystem von Google schon offener.
Dank des 1000mHz-Prozessors läuft bei Google auch alles etwa schneller; Eingaben funktionieren blitzschnell und Programme öffnen sich sofort. Der I-Phone-Prozessor bringt es auf nur 600mHz. Ausgeliefert wird das Nexus One mit verschiedenen Applikationen. So ist natürlich Google Maps vorinstalliert, aber auch ein Facebook-App, sowie eine Wetter-Applikation, die sich per GPS-Koordinaten immer wieder selbst aktualisiert.
Sinnvoll für Schreibfaule: Kurznachrichten müssen nicht eingetippt werden, sondern können auch per Sprachbefehl eingesprochen werden.
Das neue Android-Handy scheint allerdings einige Probleme beim Empfang zu haben. Im Google Support Forum haben sich schon Käufer des Smartphones über eine mangelnde Netzabdeckung beklagt.

In Deutschland ist das Google-Handy noch nicht erhältlich. Bis zur Einführung auf dem deutschen Markt sollten wir dieses also vielleicht noch beobachten, bevor wir in Erwägung ziehen, es zu kaufen. Mit 450 Euro (und 200 Euro mit Vertrag) ist es zwar günstiger als das I-Phone, aber doch immer noch recht teuer…

Autor: Jule Bodlin

Google Shortlinks aus Grönland

Montag, 21. Dezember 2009

Goo.gl

Nicht nur Handys, Computer und andere technische Spielereien werden immer kleiner. Ähnlich geht es den Links im Internet. In Zeiten von Twitter und Co, wo verfügbare Zeichen Mangelware sind, werden lange Links in sogenannte Short-URLs umgewandelt. So wird aus einer sehr langen URL ein kurzer Shortlink.

Auf Grund der hohen Nachfrage gibt es mittlerweile eine unüberschaubare Menge an Anbietern. Als Marktführer hat sich jedoch bit.ly etabliert, das eng mit Twitter kooperiert.

So kam es wenig überraschend, dass Google am Montag einen eigenen Dienst ankündigte ankündigte: goo.gl (Die Endung .gl steht übrigens für Grönland) und damit eine Attacke auf bit.ly einläutet. Die Anwendung ist vorerst nur in der Google-Toolbar und Feedburner integriert, doch es wird wohl nicht lange dauern bis goo.gl auch direkt aus dem aus dem Internet nutzbar sein wird.

Google kommt mit seinem Short-URL-Dienst ohne hin spät an den Start. Anwendungen dieser Art bieten nicht nur einen hohen Nutzen für den User, sondern können auch zum Schalten von Werbung genutzt werden. Denn neben den Anzahl der Klicks, wird bei registrierten Usern (bei goo.gl beispielsweise in Verbindung mit einem Google-Konto) auch gespeichert, wer die Seite angeklickt hat. Eine gute Möglichkeit also speziell an die Interessen des Users angepasste Werbung zu platzieren.

Autor: Christian Grobosch

Durchs Netz gefallen

Sonntag, 15. November 2009

Irgendwann Mitte der Neunziger begann sich das Internet von einem belächelten Hobby von Computerfreaks zu einem Massenphänomen zu wandeln. Mittlerweile nutzen zwei Drittel der Deutschen die multimedialen Möglichkeiten im Netz.

Doch wie so oft frisst die Evolution ihre Kinder. Oder anders ausgedrückt: Einige Techniken und Applikationen, die noch zur Jahrtausendwende als „State of the Art” galten, sind heute völlig vom Markt verschwunden oder führen bestenfalls ein Dasein als Nischenprodukt. Wir möchten an dieser Stelle an fünf prominente Vertreter dieser Art erinnern.

Das Modem:
Erinnern sie sich noch an Zeiten, als Breitbandanschlüsse noch als Science Fiction galten und ISDN das höchste aller Gefühle war? Das „gute” alte Modem ist mit der Verbreitung von DSL so gut wie ausgestorben. Heute weint dem Modem keiner mehr eine Träne nach. War ja auch manchmal eine denkbar unpraktische Erfindung: Zum Telefonieren musste man jedes Mal offline gehen, um sich kurz darauf bei der Neueinwahl von R2D2-artigen Sounds berieseln zu lassen und dann im Schneckentempo weiterzusurfen. Immerhin gehören böse Dialer mit dem Ende der Modems ebenso der Vergangenheit an.

Blinkende gifs und Co.:
emailIn Zeiten des so genannten Web 1.0 sollten animierte Grafiken ein bisschen Dynamik in die damals oft sehr statischen Webseiten bringen. Wer denkt nicht wehmütig an fliegende E-Mails und pulsierende Herzchen zurück? Dass die so verzierten Seiten dadurch nicht unbedingt an Seriosität und Übersichtlichkeit gewannen, wurde als optischer Kollateralschaden hingenommen. Durch die Entwicklung selbst von Laien administrierbarer Content-Management-Systeme gehören solche unruhigen Gebilde mittlerweile der Vergangenheit an.

Geocities:
Eine Zeit lang war es Trend, eine Internetpräsenz bei dem kostenlosen Webhoster Geocities zu haben. Nach dem Baukastenprinzip konnten sich die User dort auch ohne HTML-Kenntnisse austoben. Neben gestalterischen No-Go’s wie Comic Sans, gestohlenen Jpegs und verbotenen Farbkombinationen, gab es unter anderem gescannte (!) Fotos von den eigenen Haustieren, Freunden und Familie und das obligatorische Gästebuch. Das Konzept ging zunächst auf: Yahoo kaufte Geocities 1999 für 4,58 Milliarden US-Dollar. Knapp zehn Jahre später blieben von den Geocities nur noch Geisterstädte. Yahoo knipste im Oktober endgültig das Licht aus.

Netscape:
Vor zehn Jahren stand man als Internetuser vor der Qual der Wahl: Internet Explorer oder Netscape Navigator. Die Browsersoftware, die später von AOL aufgekauft wurde, bot dem Konkurrenten von Microsoft anfangs paroli, doch musste sich irgendwann geschlagen geben. Den Luxus auf dem meistverbreiteten Betriebssystem vorinstalliert zu sein, konnten sich die Entwickler nicht leisten. Immerhin formierten sich die Entwickler in der Mozilla Foundation neu und machen dem Softwareriesen aus Redmond seitdem mit dem Firefox-Browser gehörig Konkurrenz.

Altavista:
Bis 1999 war Altavista das Maß aller Suchmaschinen-Dinge. Doch dann erschien das von Larry Page und Sergei Brin programmierte Konkurrenzprodukt wie aus dem Nichts auf der Online-Bildfläche. Der Rest ist Geschichte: Google revolutionierte das Web und auch die meisten Dienstleistungen von TRENDOMEDIA wären ohne das Unternehmen aus Mountain View, Kalifornien, kaum denkbar. Altavista ist zwar immer noch online - durch Googles aggressive Marktstrategien und seine Innovationsfreude ist der einstige Platzhirsch aber quasi vom Markt verdrängt worden.

von Christian Grobosch und Jens Harwath